Klima
Durch die eigenartig langgestreckte Gestalt Madagaskars und
die Anordnung seiner Gebirgszüge entstanden vier voneinander
sehr verschiedene Landgebiete, die zugleich vier Klimazonen
sind.
-Das
Klima im Ostgebiet ist feuchtheißes Tropenklima, demnach für
Europäer nicht gesund, vorzüglich auch der Malaria wegen,
die vor allem die mehr im Bergland gelegenen Orte bedroht, während
die Plätze am Meere weniger gefährdet sind.
Der
vom Meer wehende Passatwind schlägt fast seinen ganzen
Wassergehalt an den Felsenbergen nieder und verursacht Regenhöhen,
die in Tamatave an die 4500 mm betragen. Die mittlere
Jahrestemperatur beträgt in Tamatave 24°C.
Die
Regenzeit ist von der Trockenzeit hier nicht scharf getrennt,
so dass beinahe zu allen Jahreszeiten Regenfälle eintreten können.
Die
Ostküste ist das Land aller wichtigen Tropengewächse: hier
werden Bananen, Kaffee, Kakao, Zuckerrohr, Nelken, Vanille,
Mangobäume und Zitrusfrüchte angebaut. Von einheimischen
Pflanzen sind die Raphiapalme und die Ravinala die
wichtigsten. Viele Edelhölzer, vor allem Palisander, Ebenholz
und Rosenholz, machen seinen Reichtum aus und die Flora des
Regenwaldes, wenn vieler Arten von Orchideen durchschimmern.
Das
Zweite Hauptgebiet, das zentrale Hochplateau, reicht von 17.
bis zum 23. Grad südlicher Breite. Auf diesem Plateau sitzt
der massige Bergstock des Ankaratragebirges mit dem höchsten
Gipfel Tsisfatsavina, der sich 2900 Meter hochtürmt.
Die
Flüsse durchziehen das Land in der West- und Nordrichtung,
sind sehr zahlreich und enthalten dauernd Wasser. Fast alle
entspringen im östlichen Hauptgebirge, und zu ihnen gehören
die längsten und wasserreichsten von ganz Madagaskar, vor
allem der Riese Betsiboka, mit seinem größten, bei
Antananarivo entspringenden Nebenfuß Ikopa, der in das
Meer ( Kanal von Mosambik)
von Majunga mündet.
Die
Hauptstadt Antananarivo, in 1300 bis 1400 Meter Höhe gelegen
und über mehrere Hügel ausgebreitet zählt man
..................Einwohner. Das Klima dieses Landes ist wegen
der Höhe und auch wegen der Lage im Windschatten des Passats,
der seinen Wassergehalt bereits am Randgebirge verlor, für
den Europäer sehr günstig. Tagsüber ist es hier in der
Trockenzeit heiß,
aber die Nächte sind kühl .Morgentemperaturen von 6 bis 8
Grad sind nicht selten.
In
der Regenzeit von November bis März ausgiebige Regengüsse,
meist am Nachmittag.
Das
günstige Klima erlaubt nicht nur die Anpflanzung tropischer
und subtropischer Nutzpflanzen wie Reis, Ananas, Zuckerrohr,
Bananen u.a., sondern auch zahlreicher europäischer Früchte,
Gemüse und Blumen. Viehzucht wird in großem Maße betrieben,
überall sieht man die Zebus (Rinder mit Buckel).
Das
Westgebiet erstreckt sich längs der Küste des Kanals von
Mosambik ungefähr bis zur Stadt Tulear und zum Lauf des
Onilahy und umfasst das zentrale Plateau
im Süden. Mit dem Kammlinien des Gebirges berührt es
den Saum des Ostgebietes. Seinen südlichen und südöstlichen
Teil sondert man am besten ab, denn hier erreichen Hitze und
Trockenheit ihre Höhepunkte, und besondere Pflanzen- und
tiergeographische Eigenarten treten auf.
Das
Klima dort ist heiß mit zunehmenden Graden nach Norden und
mit abnehmenden Regenhöhen nach Süden. Angebaut wird Mais
und Maniok, stellenweise auch Hirse, Erdnüsse und
Kaperbsen.Die Landschaft kennzeichnet sich mit riesigen
Tamarinden und verschiedenen Arten des madagassischen
Affenbrotbaumes ( Baobab). Die weitausgedehnten Steppen und
Savannen gestatten den halbnomadisierenden Eingeborenen die
Zucht größter Zebuherden.Im allgemeinen ist das Klima gesund
, wenn auch heiß.
Das
Südgebiet umfasst, etwa vom Lauf des Onilahy bis zum Meer,
den Süden und Südwesten des Landes. Im Osten reicht es bis
zu den südlichsten Höhen des Randgebirges und begegnet sich
dort mit den Südöstlichen Ausläufern des West- und dem südlichsten
Teil des Ostgebietes. In diesem Winkel herrschen deshalb die
eigenartigsten Wetterverhältnisse, die große
Sonderlichkeiten der Flora und Fauna mitbestimmt haben.
Eine
ganze Anzahl von Flüssen durchströmt das Land. Aber nur der
große Onilahy und einige kleine Flüsse im östlichen Teil
bringen dauernd Wasser herbei. Die andern versiegen in der
Trockenheit, und die Eingeborenen müssen tiefe Löcher in
ihren Sandbetten graben, um zum Grundwasser zu gelangen.
Das
Klima übersteigert das des Westens, die Regenhöhe verringert
sich bis weit unter 200 mm, eine kleine Menge, die der Himmel
nur an wenigen Tagen in der Zeit zwischen Ende November bis März
dem Land spendet. Die Temperaturen liegen sehr hoch. Der heißeste
bekannte Platz von ganz Madagaskar, Behara, liegt in
diesem südlichen Gebiet. Die Nächte aber sind meist recht kühl,
gegen Morgen fällt so reichlich Tau, daß die Eingeborenen
ihn einsammeln.
Der
Boden ist, außer im reinen Kalkgebiet, vor allem im
Schwemmland der Flüsse und in großen Senken so ungemein
fruchtbar, daß er trotz
der kurzen Regenzeit reichste Ernten hervorbringt: Mais,
Kaperbsen, Erdnüsse, Maniok und vor allem Rhizinuskerne. Auch
Sisal gedeiht vorzüglich. In den trockenen Flussbetten werden
die Knollen der Pataten geerntet. |